
Mit Amerikanern verbinde ich ganz besondere Kindheitserinnerungen. In meiner vierten Lebenswoche kam ich zu den Großeltern, weil meine Mutter im Koma lag und mein Vater mit einer anderen Frau verheiratet war. Als meine Mutter wieder aufwachte, wollte sie mich nicht mehr. Also zogen mich meine Großeltern groß. Ich war ihr erstes Enkelkind. Mein Opa war gerade in Rente und meine Oma 60 Jahre alt geworden. Sie gaben mir das, was ich von meinen Eltern nie erhielt, Liebe, Geborgenheit, Geduld, Verständnis und ein liebevolles Zuhause. Da sowohl Oma als auch Opa nicht mehr arbeiten mussten, wurde ich dementsprechend verwöhnt.
Der Bäcker backte noch selbst und Opa ging jeden Morgen um frische Brötchen zu holen.
Für mich gab es dann oft ein süßes Stückchen. Wenn ich aufstand dann fand ich oft einen Amerikaner, einen Berliner oder eine Rosinenschnecke auf meinem Teller.
Unser Bäcker machte die besten Amerikaner und Berliner die ich bisher gegessen habe.
Nur wenige Amerikaner kamen bisher an diese heran. Leider sind meine Großeltern schon lange verstorben und ich bin schon vor zwei Jahrzehnten aus der Kurpfalz ins Badische umgezogen. Hierzulande habe ich nie mehr solch einen guten Amerikaner gegessen.
Nun habe ich selbst drei Kinder. Lange habe ich nach einem Rezept gesucht, dass annähernd an meine Amerkaner aus der Kindheit heran kommt. Lange habe ich an den Zutaten gefeilt, bis ich Euch schließlich das unten stehende Rezept als gute Alternative zu Verfügung stellen kann.

Tipps und Tricks für ein gutes Gelingen...
Amerikaner sind ein absoluter Klassiker, der Groß und Klein schmeckt. Ob in Schwarz-Weiß-Optik oder kunterbunt für den Kindergeburtstag oder in Kürbisoptik für Halloween, bei der Verzierung sind Eurer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Mein einfaches Rezept ist super schnell gebacken und schmeckt viel besser als gekaufte Amerikaner.
- Der Teig ist ziemlich klebrig. Damit die Amerikaner eine schöne Form bekommen, könnt ihr den Teig in einen Spritzbeutel füllen und in runden Kreisen aufs Blech spritzen.
- Die Amerikaner sollten nicht zu lange backen, denn sonst werden sie trocken und hart. Ich persönlich mag saftige Amerikaner. Maximal 12-15 Minuten.
- Achtet darauf, dass der Teig nicht zu weich ist, denn sonst zerfließen die Amerikaner auf dem Blech.
- Um die Amerikaner noch feiner zu machen könnt ihr das Mark einer Vanilleschote hinzufügen.

Welche Zutaten braucht ihr für mein Amerikanerrezept?
Meine Amerikaner bestehen eigentlich aus einem ganz normalen Rührteig. Daher ist die Zutatenliste überschaubar. Für einen klassischen Rührteig braucht ihr Mehl.
- Weizenmehl Type 405
- Zucker für die Süße. Hier könnt ihr natürlich weniger verwenden.
- Butter oder Margarine - ich verwende wie bei meinen Rührkuchen auch, immer Margarine. Einfach weil der Teig dann saftiger ist und der fertige Kuchen somit auch.
- Backpulver ist wichtig, damit die Amerikaner schön aufgehen.
- Milch - damit der Teig nicht zu trocken wird. Hier verwende ich immer Vollmilch mit 3,5% Fettanteil. Ihr könnt aber auch Sojamilch, Kokosmilch oder Hafermilch vewenden. Wie sich das dann auf den Geschmack der Amerikaner auswirkt dürft ihr mir dann gerne mitteilen.
- Eier - Größe M. Bei Eiern achte ich immer auf Frische. Außerdem ist es mir wichtig zu wissen, wo die Eier herkommen.
- Vanillezucker oder Vanillemark - geben ein feines Vanillearoma. Könnt ihr machen, müsst ihr aber nicht.
Falls ihr Lust auf noch mehr süße Stückchen habt probiert doch gerne meine Apfeltaschen, meine Zimtschnecken oder meine Fastnachtsküchlein aus.
Los geht's...
Zutaten:
- 250g Mehl
- 1 Pck. Backpulver
- 100 ml Milch
- 100g Zucker
- 1 Pck. Vanillezucker
- 75g Margarine
- 2 Eier
- 1 Prise Salz
Zubereitung
Schritt 1:
Backofen auf 160°C Umluft vorheizen. Die Margarine, den Zucker, den Vanillezucker und die Eier mit einem Handrührgerät schaumig schlagen.
Schritt 2:
Eine Prise Salz unterrühren. Das Backpulver und das Mehl in einer Schüssel miteinander vermischen. Milch abmessen und jetzt abwechselnd Mehl-Backpulvergemisch und Milch langsam einrühren.
Schritt 3:
Ein Blech mit Backpapier auslegen. Auf dem Blech mit zwei Eßlöffeln Teighäufchen verteilen. Ihr könnt ein Gefäß mit kaltem Wasser daneben stellen und den Löffel vor Teigkontakt befeuchten. Somit bleibt der Teig nicht am Löffel kleben. Bitte Platz zwischen den Teighäufchen lassen, da die Amerikaner in die Breite und Höhe gehen, sonst kleben sie aneinander. Auf jedes Blech passen ca. 6 Amerikaner je nachdem wie groß ihr sie haben wollt mehr oder weniger. Bei mir einsteht aus einem Eßl. ca. 1 Amerikaner. Alternativ wie oben bereits beschrieben, könnt ihr den teig auch in eine Spritztülle füllen und aufs Blech spritzen.

Schritt 4:
Die Amerikaner im vorgeheizten Backofen ca. 12-15 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Sie dürfen nicht braun werden. Danach lasst ihr sie abkühlen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachbacken. Bei Fragen, Kritik und Anregungen dürft ihr mich gerne kontaktieren.
Über eine Bewertung meines Rezeptes im Anschluß würde ich mich sehr freuen!

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